Der Wissensstand variiert bekanntlich sehr stark von Dekade zu Dekade; vor Einstein mit der speziellen und allgemeinen Relativitaetstheorie, die ironischerweise 10 Jahre auseinanderliegen (nein, Dekaden sind mir einfach nur so eingefallen), glaubte man, dass etwa ein sog. Aether das Licht im Vakuum verbreite oder, dass ein Lichtstrahl mehr Geschwindigkeit als c haette, wenn er etwa innerhalb von Auto, welches mit 50km/h faehrt (also v = c+50km/h), ist, da das nach Newton so war. Innerhalb von wenigen Jahren hat er einige Rechnungen geradezu vernichtet. Nun, was hat das denn mit Wissensstaenden zu tun?
Der heutige Wissensstand ist immens; wir konnten vor allem durch immer bessere und groeßere Geraete Sachen genauer bestimmen, auf Eigenschaften von Teilchen kommen, Millionen (kein Witz; allein schon Carbon schafft ‘ne Menge und es werden immer mehr entdeckt) von Verbindungen werden entdeckt. Um sich dieses Wissen in einem jungen Alter, wie etwa Einstein oder andere Vorzeigegenies dies getan haben, muss man entweder auf Verstaendnis verzichten (d.h. pures auswendiglernen) oder aber sich fast die ganze Zeit damit befassen. Bekanntlich gilt in den meisten Laendern, in denen man sich diesen Wissensstand aneignen kann, Bildungspflicht; in manchen nur pure Bildungspflicht, in Laendern wie Deutschland sogar Schulpflicht.
Schulpflicht ist schlecht fuer Genies. Sie koennen eher selten selbst Dinge herausfinden oder muessen sich mit voellig anderen Sachen befassen, als den Sachen, die sie wirklich interessieren. Da ich Einstein schon viel zu viel in diesem Beitrag erwaehnt habe, erwaehne ich ihn noch einmal: Er war brillant in den Naturwissenschaften, aber jaemmerlich in den Sprachen. Wenn er nicht gerade sitzen bleiben wollte, weil das Schulsystem es so diktierte, haette er entweder auf Verstaendnis von Dingen verzichten muessen oder aber sich nur auf die Schule konzentrieren muessten. (Der Wissensstand war bei weitem nicht so gigantisch wie heute; insofern konnte er es auch so schaffen.) Bildungspflicht mit Heimschule, bei der die unterrichtende Person auch selbst vieles versteht und eigene Hypothesen aufstellt (Meine einzige, eigene Hypothese ist, dass bei einer quadratischen Umformung von ax^2+bx+c zu (x-d)²+e fuer e e=c-1/a(b²) gilt, wobei das b in bx = 2b ist (oder so; spaeter hinzugefuegt und schlaefrig).), ist hingegen zur Schulpflicht wohl erheblich effizienter, vor allem, da man keine strikte Ordnung hat. Anstatt frueh morgens aufzustehen, um schlaftrunken (das Wort gibt’s; allerdings wundere ich mich immer noch, wie man Schlaf trinken kann) in die Schule zu gehen und so seinen Koerper und seine Psyche unnoetig zu strapazieren. Eine optimale Heimschule waere wohl eine, bei der der Lehrkoerper (in diesem Fall mit h und ohne das 2. e, da der Kopf eben nicht geleert wird) den Schueler zuerst richtig motiviert und zeigt, was man so tolles mit den ganzen Sachen machen kann. Sobald der Schueler erst einmal richtig motiviert ist, kann die “Schule” zu angenehmen Zeiten, bei der der Schueler auch alles versteht, beginnen und nur vom benoetigten Schlaf der Personen abhaengen.
Bei solchen Schulen, bei denen Schueler richtig motiviert werden und es auch zu guten Zeiten unterrichtet wird, da bildet man Genies aus. Ich bezweifle, dass derzeitig irgendwo der Unterrichtsanfang bzw. das Unterrichtsende fuer die Schueler im Allgemeinen angenehm ist; und die Motivation ist wohl kaum da. Schuld daran sind, nach meiner Auffassung, doch Lehrer, die keinen Bock aufs Lehren haben. Personen, die einfach so auf Lehramt studierten, weil kein anderer Kurs sie aufgenommen hatte; eigentlich ein asoziales Pack, welches die Bildung von anderen verschlechtern moechte. Nicht, dass ich etwas gegen Lehrer im Allgemeinen haette; ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, Arbeiten zu korregieren (Ein Wort: Heisenbug. Zum Glueck ist mir noch keiner untergekommen.) und wenn ich das noch auf etliche Schueler ausbreite, so ist das ein ziemlicher Stress. Dann noch Unterrichtsvorbereitung und so; ungut, ungut. Dennoch denkt sich der moderne Lehramtsstudent einfach, dass er mal auf Lehramt studiert und so vom Staat lebt, in der Hoffnung, dass der Beamtenstatus bleibt und man nie zu einem Angestellten wird. Immer das gleiche Gehalt, unabhaengig davon, ob man den Schueler einen miserablen oder phantastischen Unterricht bietet. (Insofern: Mehr Kapitalismus in Schulen! Leistung soll belohnt werden.)
Durch eben solche Dinge werden Genies schon in der Schule demotiviert. Mehr enthusiastische Lehrer einstellen, versuchen, die Nokias im Studium auszusortieren und noch einiges mehr. Keine 2-Klassen-Gesellschaft mit Internaten, die sog. Hochbegabte foerdern oder aber mit Kindern von stinkreichen Eltern gefuellt sind, die aber ziemlich dumm sind. Freiheit fuer Wissen! Niemand soll ohne Bildung leben muessen und nicht die wunderbaren Sachen erkennen, die man mit manch so Bildung tun kann.
(Niemand hat vor das Schulsystem umzuhauen und ein besseres aufzubauen; außer uns.)
So long.
[notes: stream-of-thought, idealistic, some mistakes, […]]